Netzhautablösung – Amotio / Netzhautriss

Netzhautriß und umgebende Netzhautablösung mit Laserkoagulaten abgeriegelt

Netzhautriß und umgebende Netzhautablösung mit Laserkoagulaten abgeriegelt

Was ist eine Netzhautablösung?

Eine Netzhautablösung ist eine Notfallsituation. Dabei löst sich die lichtsensible dünne Schicht von der Augeninnenseite. Die Photorezeptoren, durch die unser Sehen entsteht, werden in der Folge nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Risikofaktoren für das Auftreten einer Netzhautabhebung sind ein Alter von mehr als 50 Jahre, verwandte Familienmitglieder mit Netzhautabhebung, Diabetes, Kataraktoperation, degenerative Netzhauterkrankungen (z.B Gitter- oder Latticezone), Augenverletzungen oder starke Kurzsichtigkeit.

Welche Symptome bemerkt man?

Eine Netzhautabhebung ist schmerzlos. Jedoch können Warnzeichen kurz vor der Ablösung oder danach auftreten:

  • Lichtblitze
  • Verschwommenes Sehen
  • Plötzliches Auftreten von multiplen Glaskörpertrübungen, als schwarze Punkte sichtbar oder
  • Ein vorhang-ähnlicher Schatten, der sich von außen in das Gesichtsfeld drängt

Drei Arten von Netzhautablösungen

Rhegmatogene Netzhautablösung und Netzhautriss
Abgehobene Netzhaut im Bereich der Makula

Abgehobene Netzhaut im Bereich der Makula

Rhegmatogen bedeutet „rissbedingt“. Die Ursache bei dieser Form ist ein Defekt, ein Riss, in der Netzhaut, wodurch Flüssigkeit unter die Netzhaut fließt und es bei fehlender Therapie zu einer totalen Netzhautablösung kommen kann. Die Ursache eines Netzhautrisses ist die Veränderung des Glaskörpers im Laufe des Lebens. Der Glaskörper (Vitreus) ist ein durchsichtiges Gel im Inneren des Auges und löst sich im Rahmen des normalen Alterungsprozesses von der Netzhaut. Dies nennt man Glaskörperabhebung. Wenn der Glaskörper jedoch an manchen Stellen fest an der Netzhaut haftet und einen Zug ausübt, kann dies zu einem Netzhautloch führen und in weiterer Folge eine Netzhautablösung entstehen. Der Zug an der Netzhaut wird von den Patienten als Blitz wahrgenommen. Die Symptome eines Netzhautdefektes sind ähnlich wie bei der Netzhautablösung.

Traktive Netzhautablösung
Traktive Netzhautablösung bei proliferativer diabetischer Retinopathie

Traktive Netzhautablösung bei proliferativer diabetischer Retinopathie

Traktiv’ bedeutet durch Zug bedingt. Bei dieser Form der Netzhautablösung kommt es durch bestimmte pathologische Veränderungen im Auge, im Rahmen anderer Augenerkrankungen, zu einer Ablösung der Netzhaut durch einen starken Zug an der anliegenden Netzhaut. Ursachen sind veränderte Zellen im Glaskörperraum, die zur Ausbildung von fibrovaskulären (bindegewebigen und gefäßreichen) Membranen führen. Erkrankungen bei denen es zu einer traktiven Netzhhautabhebung kommt sind vor allem Diabetes, Frühgeborenenretinopathie, FEVR (familiäre exsudative Vitreoretinopathie), vorangegangene Operation, Augenverletzungen und Morbus Coat. Die Therapie der traktiven Netzhautablösung ist die Vitrektomie, die Glaskörperoperation.

Exsudative Netzhautablösung

Bei der exsudativen Netzhautablösung spielen keine mechanischen Ursachen für die Abhebung der Netzhaut eine Rolle. Diverse Ursachen bzw. Erkrankungen führen zur Ansammlung von vermehrter Flüssigkeit unter der Netzhaut, worauf sich diese abzuheben beginnt. Dies ist entweder durch eine vermehrte Bildung von Flüssigkeit oder einen verminderten Abfluss bedingt. Ursachen sind Augentumore (Aderhautmelanom), Retinoblastom, Lymphom, Aderhautmetastasen, maligner Hypertonus, Niereninsuffizienzen, Uveitis und Gefäßkrankheiten. Die Therapie hierbei besteht in der Behandlung der Ursache. Es kann eine Vitrektomie indiziert sein.

Therapie

Netzhautrisse können mittels Laserkoagulation im Auge behandelt werden. Dabei wird der Rand des Loches mit Laserpunkten getroffen. Aufgrund der Narbenbildung verklebt die Netzhaut mit der darunterliegenden Schicht. Wenn die Netzhaut hingegen schon abgelöst ist, dann muss ein chirurgisches Verfahren angewandt werden. Je nach Ausdehnung der Ablösung, Alter und Zustand des Patienten wird entweder eine externe eindellende Operation (Cerclage oder Plombe) oder eine Glaskörperchirurgie (Vitrektomie) durchgeführt. Am Ende der Glaskörperoperation wird eine sogenannte Tamponade ins Auge eingebracht, welche die Netzhaut andrückt. Die Tamponade besteht entweder aus einem Gasgemisch, welches sich von selbst innerhalb einiger Wochen auflöst oder aus Silikonöl, welches nach einigen Monaten entfernt werden muss.

Leistungen

Informationen zu den Untersuchungen und Behandlungen, sowie den verwendeten Geräten in der Ordination.orem.

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Augenchirurgie

Zufriedene Patienten und Patientinnen und mehr als 500 Operationen an der Augenklinik Graz pro Jahr.

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